Viele Menschen in Russland müssen sich auf noch höhere Preise einstellen: Eine neue Entscheidung Putins könnte zahlreiche Haushalte in die Armut drücken.

Viele Menschen in Russland müssen sich auf noch höhere Preise einstellen: Eine neue Entscheidung Putins könnte zahlreiche Haushalte in die Armut drücken.

2. Januar 2026 0 Von Causevic

Anfang 2026 sollen die Menschen in Russland voraussichtlich tiefer in die Tasche greifen: Geplant ist eine Anhebung der Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent. Damit will der Staat zusätzliche Einnahmen erzielen, unter anderem um die stark gestiegenen Ausgaben im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine zu stützen.

Für das laufende Jahr wird erwartet, dass die höhere Steuer dem Haushalt rund 1,187 Billionen Rubel zusätzlich bringt, das entspricht etwa 13 Milliarden Euro. Die Entscheidung wurde bereits im vergangenen Jahr beschlossen und hat Kritik ausgelöst – vor allem, weil viele Unternehmen und Verbraucher ohnehin mit hoher Inflation und spürbar steigenden Preisen zu kämpfen haben, auch als Folge von Sanktionen und der wachsenden Rüstungs- und Sicherheitsausgaben.

Parallel dazu ist der steuerliche Druck insgesamt gestiegen: Auch die Einkommensteuer wurde seit Kriegsbeginn mehrfach angehoben bzw. neu justiert. Präsident Wladimir Putin erklärte im Dezember, die Mehrwertsteuer-Erhöhung sei nötig, um den Staatshaushalt zu stabilisieren, und stellte zugleich in Aussicht, die Belastung später wieder zu senken. Gleichzeitig forderte er Unternehmen auf, die Steuervorgaben strikt einzuhalten, und warnte davor, dass die Änderungen die Schattenwirtschaft befeuern könnten.

Das Finanzministerium betonte in einer Mitteilung, soziale Verpflichtungen sollten weiterhin erfüllt werden. Dennoch wird deutlich, wo die Prioritäten liegen: Verteidigung und Sicherheit sowie die Versorgung von Soldaten und ihren Familien gelten als strategische Schwerpunkte. Für 2025 machten Militär- und Sicherheitsausgaben bereits einen sehr großen Anteil der Staatsausgaben aus.

Während die Kriegswirtschaft durch Rüstungsaufträge und hohe Zahlungen an Militärangehörige kurzfristig Wachstumseffekte erzeugt, zeigen sich in zivilen Bereichen Ermüdungserscheinungen – und viele Haushalte spüren die Folgen der Inflation im Alltag. Die Mehrwertsteuererhöhung dürfte deshalb bei nahezu jedem Einkauf ankommen, auch wenn für bestimmte Grundgüter wie Lebensmittel, Medikamente und Kinderbedarf ein ermäßigter Satz weiterhin bestehen und laut Plan nicht erhöht werden soll.